Methodik

Für das Hochschul-Barometer befragt der Stifterverband jährlich die Hochschulleitungen in Deutschland zu ihren Einschätzungen der aktuellen Lage der Hochschulen, zu drängenden Herausforderungen und geplanten Entwicklungen. Es zeigt die Stimmung an den Hochschulen, identifiziert Trends und offenbart die Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen im Hochschulsystem.

Ziel des Hochschul-Barometers ist es, die Öffentlichkeit auf die Belange der Hochschulen aufmerksam zu machen und Hinweise an Politik und Wissenschaftsförderer für weitere Verbesserungen im Hochschulbereich zu geben. Jedes Jahr erfasst die Erhebung Kernindizes zu den Rahmenbedingungen, den Partnerbeziehungen und der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen. Neben einem festen Fragenblock zur Bildung des Stifterverband-Indexes wird jedes Jahr ein Schwerpunktthema behandelt. Bisher hat das Hochschul-Barometer folgende Themen analysiert: Profilbildung, Hochschulfinanzierung, Kooperation mit der Wirtschaft und Overheads im Speziellen, Internationalisierung, Quartäre Bildung, Lehrkapazitäten, Forschungsförderung, Open Science, Stiftungsprofessuren, Diversität, Studium für Flüchtlinge und regionale Hochschulkooperationen.

 

Daten und Rücklauf

Die jeweilige Grundgesamtheit der Befragungen umfasst alle deutschen Hochschulen (mit Ausnahme der Verwaltungsfachhochschulen), die zum Befragungszeitpunkt staatlich oder staatlich anerkannt sind und unbeschränkten Studienzugang bieten. Zum Zeitpunkt der letzten Befragung (Dezember 2020 bis Februar 2021) waren es 392 Hochschulen, von denen sich 182 Hochschulen an der Befragung beteiligt haben. Dies entspricht einem Anteil von 46,7 Prozent.

Das Hochschul-Barometer erzielte in allen Jahrgängen einen hohen Rücklauf von 38 bis 56 Prozent. Insgesamt haben wir seit 2011 mit dem Hochschul-Barometer drei Viertel aller Hochschulen erreicht. Dies gewährleistet eine hohe Qualität und Belastbarkeit der erhobenen Daten und zeigt, dass das Hochschul-Barometer eine hohe Akzeptanz und Relevanz in der Hochschullandschaft hat.

Durch die hohen Rücklaufquoten repräsentieren die Antworten die Vielfalt der deutschen Hochschullandschaft: Universitäten und Fachhochschulen, öffentliche und private Einrichtungen. 35,7 Prozent der im Jahr 2020 teilnehmenden Hochschulen sind staatliche Fachhochschulen (26,4 Prozent in der Grundgesamtheit), 20,3 Prozent sind Universitäten (20,8 Prozent in der Grundgesamtheit), 21,4 Prozent sind spezialisierte Hochschulen wie Kunst- und Musikhochschulen, theologische oder pädagogische Hochschulen (26,9 Prozent in der Grundgesamtheit) und 22,5 Prozent sind private Hochschulen (26,4 Prozent in der Grundgesamtheit). Ebenso nähert sich die Aufteilung nach Größe und Trägerschaft im Sample der Aufteilung in der Grundgesamtheit an. Somit kann die Studie zu robusten Aussagen kommen.

Die Größe der jeweiligen Samples und die Daten können über das Forschungsdatenzentrum des Stifterverbandes bezogen oder im Datenportal des Stifterverbandes analysiert werden.

 

BERECHNUNG DES STIFTERVERBAND-INDEXES FÜR DIE LAGE

Die Grundlage des Stifterverband-Indexes für die Lage der deutschen Hochschulen bilden 17 Indikatoren aus drei unterschiedlichen Bereichen. Die mögliche Bandbreite des Indexes variiert von –100 (extrem negative Stimmung) bis +100 Punkte (extrem positive Stimmung).

Inhaltlich unterteilen sich die Indikatoren in die Bereiche:

  • Rahmenbedingungen: Hochschulautonomie, Ausstattung der Infrastruktur in Forschung und Lehre, Personalsituation in Wissenschaft und Management sowie Finanzierungssituation
  • Gesellschaftliche Einbettung: Kooperationen der eigenen Hochschule mit anderen Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sowie gesellschaftliches Klima für die Hochschulen insgesamt
  • Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Forschung und Lehre sowie des Hochschulstandorts Deutschland