Hochschul-Barometer

Lage und Entwicklung der Hochschulen aus Sicht ihrer Leitungen
Ein gemeinsames Projekt von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung

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Die Hochschulen in Deutschland gewinnen Gestaltungsspielräume. Durch ihre Profile in Forschung, Lehre und Wissenstransfer beeinflussen sie Innovationsprozesse und gesellschaftliche Entwicklungen. Doch wohin steuern die Hochschulen? Wie wirken sich die Strategien der Partner aus Wirtschaft und Politik auf die Hochschulentwicklung aus?

Das Hochschul-Barometer des Stifterverbandes gibt seit 2011 Antworten aus Sicht der Hochschulleitungen. Jährlich analysiert es die Einschätzungen der Rektoren und Präsidenten zur aktuellen Situation und ihre Erwartungen für die nahe Zukunft. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die differenzierte deutsche Hochschullandschaft. Das Hochschul-Barometer ergänzt damit als Expertenvotum und Stimmungsbarometer die Daten der deutschen Hochschulstatistik.

 

Erste Ergebnisse aus dem Hochschul-Barometer 2018

Hochschulen sehen steigende Relevanz von Open Science

Open Science umfasst vielfältige Konzepte einer offenen Wissenschaft, von der Beteiligung an neuen Innovationsplattformen über die Einbindung gesellschaftlicher Belange bis zum schrankenlosen Zugang zu Forschungsergebnissen. Die Verbreitung dieser Konzepte an deutschen Hochschulen unterscheidet sich stark. Auch der Hochschultyp spielt eine Rolle. Insgesamt ist Open Science noch nicht breit an den Hochschulen verankert. Die Hochschulleitungen erkennen aber eine stark zunehmende Relevanz des Themas für die Zukunft.

Neue Partizipations- und Kooperationsformen finden noch keine breite Unterstützung bei den Hochschulleitungen. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) sieht große Potenziale für die eigene Hochschule durch die Zusammenarbeit mit bisher unüblichen Partnern wie Bürger, Betroffene (zum Beispiel Patienten), Internetnutzer oder fachfremde Wissenschaftler. Bei staatlichen Universitäten ist es weniger als ein Drittel (30 Prozent). Damit werden Innovationspotenziale, die durch solche Partnerschaften entstehen, noch nicht ausreichend gehoben.

Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur ist für Hochschulen sowohl von wissenschaftlicher als auch von finanzieller Bedeutung. Während fast 80 Prozent der staatlichen Universitäten eine Open-Access-Strategie haben oder planen, sind es bei staatlichen Fachhochschulen nur 49 Prozent. Bislang liegt Deutschland beim Anteil von wissenschaftlichen Beiträgen, die über Open Access verfügbar sind, nur im internationalen Mittelfeld. Eine Umsetzung der entsprechenden Strategien an den Hochschulen scheint deshalb wissenschaftspolitisch wünschenswert.

Für die Zukunft sehen die Hochschulen eine stark wachsende Relevanz für die meisten Konzepte einer offenen Wissenschaft. 93 Prozent sagen, dass Plattformen und Instrumente der Kollaboration in den nächsten fünf Jahren an Bedeutung gewinnen. Über 80 Prozent sehen diesen Zuwachs bei Open Access und Open Data. Bei Citizen Science, also Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft, erwarten dagegen nur 56 Prozent der Hochschulleiter eine steigende Relevanz.

Trotz steigender Relevanz von Open-Science-Instrumenten sehen die Hochschulleitungen mehrheitlich nicht die Notwendigkeit, diese in der Leistungsbewertung neben den traditionellen Indikatoren wie Publikationen und Patenten besser zu berücksichtigen. Alternative Maße für wissenschaftlichen Erfolg, wie beispielsweise Altmetrics, gewinnen nur für 39 Prozent der Hochschulleitungen an Bedeutung. Allerdings sind über der Hälfte der Befragten solche Konzepte gar nicht bekannt.

 

Zentrale Ergebnisse des Hochschul-Barometers 2017

Insgesamt sind die Rektoren und Präsidenten ähnlich zufrieden wie im Jahr zuvor. Die Mehrheit der Hochschulleiter bewertet die aktuelle Lage eher positiv, allerdings fällt der Blick in die Zukunft etwas weniger optimistisch aus. Sorgen bereiten vor allem die zukünftige Finanzierung und Autonomie. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch stark nach Hochschulgruppen.

Inhaltsübersicht des Hochschul-Barometers 2017

Das Hochschul-Barometer ist Teil der gemeinsamen Initiative Innovationsfaktor Hochschule von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung.