Hochschulen in der Energiekrise

Energieintensive Einrichtungen in der Forschung, das Beheizen von Hörsälen und steigende Beschaffungs- sowie Personalkosten durch allgemeine Preissteigerungen: Den Hochschulen standen in der Energiekrise im Winter 2022/2023 deutlich erhöhte Ausgaben bevor. Wie sind die Hochschulleitungen damit umgegangen und welche Maßnahmen haben die Hochschulen dagegen unternommen? Und kehrten die Hochschulen als Energiesparmaßnahme in den Onlineunterricht zurück?

Nahezu alle Einrichtungen planten eine Verbesserung ihres Energiemanagements, vier von zehn Hochschulen wollten zusätzliche Hochschuleinrichtungen über den Winter schließen. Bei anhaltenden Kostensteigerungen befürchten die Hochschulen auch Hochschulschließungen. Jede siebte private Hochschule könnte davon betroffen sein. Staatliche Hochschulen wollen Kostensteigerungen vor allem über Einsparungen in der Infrastruktur bei Forschung, Lehre und weiteren Angeboten erreichen.

Hinweis zur Interpretation: Die hier dargestellten Daten wurden im Winter 2022/23 erhoben.

 

Energiekosten

Die Mehrheit der Hochschulen stellte sich bereits zu Beginn des Winter 2022/23 auf höhere Kosten in Folge steigender Energiepreise ein. So geben vier von fünf Hochschulen an, dass bereits zum Zeitpunkt der Befragung eine Prognose der zu erwartenden Energiemehrausgaben erstellt wurde oder in Arbeit war. Im Schnitt schätzen die Hochschulleitungen dabei die jährliche Mehrbelastung auf 345 Euro je Studierenden. Eine Hochrechnung auf Grundlage der Schätzungen ergibt eine Mehrbelastung der Hochschulen von insgesamt circa 1,3 Milliarden Euro.

Wer davon welche Kostenanteile übernimmt, Hochschule oder Träger, war dabei oft noch unklar: Ein Drittel der Hochschulen gab zum Zeitpunkt der Umfrage an, dass die Kostenübernahmen noch nicht geklärt sei. Jede zehnte Hochschule erwartete, dass die Kosten nicht vom Mittelgeber übernommen werden. Bei privaten Hochschulen lag der Anteil sogar bei fast einem Drittel. Diese geben deshalb häufig steigende Studiengebühren als Reaktion auf die Kostensteigerungen an, um aufkommende Defizite zu decken.